

w&v charakterisiert AdGames so: "Das Genre hat sich aus dem Nischendasein hinausbewegt und wird eine ernst zu nehmende Gattung." – "Spiele sind jetzt ein Medium." – "Videospiele haben sich zu einer gesellschaftlichen Selbstverständlichkeit entwickelt."
Der Begriff AdGames setzt sich aus der Kurzbezeichnung für Advertising (engl. für Werbung) und Games (engl. für Spiele) zusammen. Im elektronischen Bereich handelt es sich dabei um Spiele mit werblichem Charakter. Sie werden als Werbemittel, zur Kundenbindung und zur Neukundengewinnung eingesetzt. Sie lassen sich zur Steigerung ihrer Attraktivität mit Gewinnspielen oder Bonus-Systemen koppeln und dienen dem Anbieter so auch zur Datensammlung. Nicht kommerzielle Unternehmen und Institutionen nutzen AdGames ebenfalls gern, um bestimmte Botschaften zu verbreiten.
Der ganz entscheidende Vorteil von AdGames liegt darin, dass sich die Nutzer freiwillig und aktiv mit der Werbebotschaft beschäftigen, insbesondere dann, wenn die Spielidee mit der Botschaft konform ist. Werbung dieser Art wird nicht als lästig empfunden. Dadurch wird die Wirksamkeit derart platzierter Werbung erheblich gesteigert. Dem Institut für angewandte Kommunikationsforschung der Ruhr-Universität Bochum zufolge stößt Werbung in AdGames bei mehr als der Hälfte der Testpersonen auf Sympathie, während 90 Prozent der Testpersonen Fernseh-Werbespots ablehnend gegenüber stehen: "Mit den AdGames wurde ein neues Massenmedium geschaffen, das die Trennung von Werbeinhalt und Medienbotschaft nicht beachten muss. Allein durch seine Existenz integriert es wie selbstverständlich Product Placement und Medienbotschaft – abseits jeglicher rechtlicher Einschränkungen. Negative Begleiterscheinungen der Werbung in anderen Medien – vor allem im Fernsehen – kommen beim AdGame nicht zum Tragen: Es minimiert das Werbeleid der Rezipienten und optimiert die Wirkung des Branding-Partners", so das Ergebnis der Studie des Instituts.
Der Clou der AdGames ist, dass die Nutzer die Werbebotschaften im Gegensatz zur Printwerbung kaum bewusst wahrnehmen, sich aber im Nachhinein häufig an Werbepartner und Markennamen erinnern - in der Spitze bis zu 82 Prozent der Befragten. Enorm hohe Werte werden insbesondere bei AdGames mit Suchtfaktor (Beispiel: 'Moorhuhn') erreicht.
AdGames werden auch mit zunehmendem Alter gespielt, während bei allen anderen elektronischen Spielformen die Frequenz der Nutzer deutlich abnimmt, je höher das Alter der Befragten ist. Bei den AdGames nimmt die Frequenz mit steigendem Bildungsgrad sogar geringfügig zu. Über die eigenen Haushaltsgrenzen hinaus wirken mehr als 50 Prozent der Befragten als Multiplikatoren, 22 Prozent reichen die Spiele als so genannte Hardcopy (CD-ROM, DVD-ROM) weiter.
Elektronische AdGames sind als herkömmliche Computerspiele realisierbar, aber auch als Onlinespiele und in Mischformen. Onlinespiele werden im Internet angeboten und sollen zu einem häufigeren Besuch der Website des Anbieters animieren. Computerspiele werden zum Herunterladen aus dem Internet oder auf CD-ROM bzw. DVD-ROM angeboten.